Der Ablauf einer kieferorthopädischen Behandlung unterteilt sich in die folgenden Schritte:

Das Beratungsgespräch mit der Erstuntersuchung

Im ersten Termin wird untersucht, ob eine Behandlungsnotwendigkeit vorliegt und wann mit einer Behandlung begonnen werden sollte. Meist kann auch bereits eine Aussage darüber getroffen werden, ob sich die gesetzliche Krankenkasse an den Behandlungskosten beteiligen wird. Das Gespräch sollte auch zu einem persönlichen Kennenlernen von Patient und Behandler genutzt werden. Falls bereits ein Behandlungsbeginn sinnvoll ist, wird meist ein neuer Termin für die Erstellung der diagnostischen Unterlagen vergeben. Für einen Beratungstermin ist keine Überweisung von Zahnarzt oder Hausarzt notwendig. Die Kosten der Erstberatung trägt die private bzw. gesetzliche Krankenversicherung.

Diagnostische Unterlagen und Behandlungsplan

Diagnostik-Modelle

Zur exakten Diagnostik werden in der Regel Abformungen beider Kiefer zur Modellherstellung, ein Panoramaröntgenbild, ein seitliches Röntgenbild (FRS, Fernröntgenseitenbild), Fotos des Kopfes und der Zähne sowie ein Zahnbefund erstellt. Diese diagnostischen Unterlagen werden von uns computergestützt ausgewertet und für die Erstellung eines Behandlungsplans verwendet.

Die Planbesprechung

Im Allgemeinen führen wir vor Behandlungsbeginn eine ausführliche Planbesprechung durch. Der Patient und seine Eltern erfahren, welche kieferorthopädischen Maßnahmen geplant sind und welche Mitarbeit notwendig wird, um das Behandlungsziel zu erreichen. In der Regel werden auch auf den Patienten und die Behandlung abgestimmte, sinnvolle private Zusatzleistungen erläutert, aus denen nach Wunsch ausgewählt werden kann. Nach dem Besprechungstermin entscheiden der Patient und seine Eltern, ob die geplante Behandlung in dieser Form gewünscht wird. Dann wird der erste Behandlungstermin, oft zum Einsetzen einer Zahnspange, vereinbart.

Die aktive Behandlung

Während der Behandlung muss der Fortschritt regelmäßig in Abständen von ca. 4 – 6 Wochen kontrolliert und die Zahnspangen aktiviert werden. Die zuverlässige Einhaltung der Termine ist für einen planmäßigen Behandlungsverlauf äußerst wichtig.

Bei Vorliegen einer Zahn- und Kieferfehlstellung ergeben sich zwei wesentliche Behandlungsaufgaben:

Die Korrektur der Kieferfehlstellung: Oberkiefer- und Unterkieferknochen werden beim Jugendlichen mit Hilfe von wachstumssteuernden Maßnahmen in ein harmonisches Größenverhältnis (Länge und Breite) gebracht. Dabei kommen u.a. herausnehmbare Apparaturen zum Einsatz. Für den gewünschten Behandlungseffekt müssen diese Apparaturen halbtags (z.B. nachmittags) und nachts getragen werden. Die Dauer dieser Maßnahme hängt ganz wesentlich von der Mitarbeit des Patienten ab, sollte aber nicht länger als 18 Monate dauern.
Die Korrektur der Zahnfehlstellung: In der modernen Kieferorthopädie verwendet man für diese Aufgabe oft eine festsitzende Apparatur (Brackets). Diese Apparatur ermöglicht exakte Zahnbewegungen und hat eine hohe Effektivität. Die durchschnittliche Behandlungsdauer liegt bei 18 bis 24 Monaten.

Stabilisierung des Behandlungsergebnisses

Nach erfolgreicher Korrektur von Zahnfehlstellung und Kieferfehlstellung wird die feste Zahnspange entfernt und die Zähne gründlich gereinigt. Das Behandlungsergebnis ist zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht stabil und muss unbedingt mit Hilfe von Retentions(Halte-)spangen stabilisiert werden. Zur Überwachung der Stabilisierung werden Kontrolltermine vereinbart. In dieser Zeit wird auch die Entwicklung der Weisheitszähne beobachtet, gegebenenfalls empfehlen wir bei sehr ungünstiger Prognose die Entfernung.

Sollte die aktive Behandlung mit herausnehmbaren Spangen erfolgt sein, so wird in diesem Fall die letzte Spange zum Schluss als Stabilisierungsspange noch nachts weiter getragen. In Ergänzung zur einfachen herausnehmbaren Kunststoffspange als Retentionsgerät kann auf Wunsch ein festsitzender Retainer unsichtbar an die Innenseiten der Schneidezähne geklebt werden. Dieser festsitzende Retainer bietet bestmögliche Stabilität der Frontzahnstellung und ist besonders den ästhetisch anspruchsvollen Patienten sehr zu empfehlen. Auch eine dünne durchsichtige Schiene ist eine mögliche Alternative zur herkömmlichen Kunststoffspange.

Nach einer ausreichenden Stabilisierungszeit (mindestens ein Jahr) endet die Gesamtbehandlung mit der Ausstellung der Abschlussbescheinigung.

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