Beruhigungssauger oder Daumen?

Diese Frage stellt sich für alle Eltern sofort nach der Geburt ihres Kindes, weil der Saugreflex angeboren und für den Säugling lebenswichtig ist. Schon in der 6. bis 12. Lebenswoche bewegt der Säugling selbständig und gezielt seine Arme. So kann er sich das Lutschen an Daumen oder Fingern angewöhnen.



Die Antwort darauf, ob Beruhigungssauger oder Daumen, ist einfach: Den Beruhigungssauger kann man eines Tages wegnehmen - den Daumen nicht. Helfen Sie Ihrem Kind im zweiten, spätestens im dritten Lebensjahr, das Lutschen zu beenden. Denn sonst entstehen Kieferanomalien, die in den meisten Fällen sogar auf das bleibende Gebiß übertragen werden.

Stillen oder Fläschchen?

Stillen kräftigt die Kiefer-, Lippen- und Halsmuskulatur der Kinder und wirkt sich positiv auf die Zahn- und Kieferstellung aus.


Warum stören Sauger die Gebissentwicklung?

Runde oder zu lange Flaschensauger drängen die Zunge zurück. Dadurch ist ein stärkeres Saugen und Einziehen der Wangenmuskulatur notwendig. In Folge dieser unnatürlichen Saugbewegung bleibt der Oberkiefer zu schmal und es kann eine Rücklage des Unterkiefers entstehen. Deshalb ist der richtige Trinkvorgang für die spätere, richtige Lage des Unterkiefers von großer Bedeutung. Denn durch das Vorschieben des Unterkiefers beim natürlichen Saugen wird die bei Neugeborenen vorherrschende Rücklage des Unterkiefers ausgeglichen und der Unterkiefer in die richtige Stellung zum Oberkiefer gebracht.

Wie lange wird die Flasche gebraucht?

Sinnvoller als eine Flasche ist für die Zahn- und Kiefergesundheit ab einem Alter von sechs Monaten eine Schnabeltasse oder ein kleiner Becher. Damit vermeiden Sie übrigens auch die sogenannte "Flaschenabhängigkeit" durch Dauernuckelfaschen.

Stellen Sie die Ernährung Ihres Kindes schrittweise von flüssig auf breiig - und dann auch zügig zunehmend auf feste Kost um. Bis zum Durchbruch der ersten Milchbackenzähne (zwischen dem 12. und 16. Lebensmonat) sollte die Nahrungsumstellung abgeschlossen sein. In diesem Zeitraum wird der Saugreflex durch den Kaureflex abgelöst.

Ansteckung mit kariesverursachenden Bakterien

Innerhalb der ersten zwei Jahre infizieren sich viele Kleinkinder mit den säurebildenden Bakterien, die maßgeblich an der Kariesentstehung beteiligt ist - u. a. Streptococcus mutans. Zahnärzte haben herausgefunden, dass

- je später ein Kind mit Streptococcus mutans und anderen an der Kariesentstehung beteiligten Bakterien infiziert wird, umso weniger Karies hat es später
- je weniger dieser Bakterien die Eltern des Babys im Mund haben, umso seltener und schwächer werden sie auf das Kind übertragen


Je länger Sie also bei Ihrem Kind die Ansteckung mit kariesverursachenden Bakterien hinauszögern können, desto größer ist die Chance, das spätere Kariesrisiko gering zu halten. Das heißt, Kariesvorbeugung sollte bereits kurz nach der Geburt beginnen:

Lecken Sie den Schnuller und Sauger nicht ab
Nehmen Sie immer einen eigenen Löffel zum Vorkosten - nicht den Kinderlöffel!
Lassen Sie bereits vor der Geburt Ihres Kindes einen Speicheltest beim Zahnarzt machen - eine hohe Keimzahl in Ihrem Speichel erhöht auch das Kariesrisiko für Ihr Kind
Gehen Sie regelmäßig zur zahnärztlichen Vorsorge, damit eine beginnende Karies frühzeitig erkannt werden kann.

Ernährungstipps für Kleinkinder

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