Das Gebiet der Kieferorthopädie lässt sich grob in drei Behandlungsbereiche einteilen:

Myofunktionelle Therapie

Myofunktionelle Behandlungen können zum Beispiel mit Mundvorhofplatten durchgeführt werden, wenn kein entspannter Mundschluss möglich ist. Zur Korrektur einer falschen Zungenhaltung oder -funktion überweist der Kieferorthopäde oft an speziell fortgebildete Logopäden. Auch mit besonders geformten Therapieschienen im Rahmen einer Behandlung der Kiefergelenke kann eine myofunktionelle Therapie erfolgen.

Korrektur der Kiefer- und Zahnfehlstellungen

Korrekturen von Zahnfehlstellungen, bei denen der einzelne Zahn in seinem Knochenfach bewegt wird, können in jedem Lebensalter mit festen oder herausnehmbaren Zahnspangen erfolgen. Die Funktionskieferorthopädie zur gezielten Förderung oder Hemmung des Kieferwachstums wird dagegen mit speziellen herausnehmbaren Zahnspangen beim wachsenden Patienten durchgeführt.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Um Fehlstellungen der Zähne zu behandeln, stehen verschiedene kieferorthopädische Geräte zur Verfügung – die festsitzenden oder herausnehmbaren Zahnspangen. Bestimmte Korrekturen - etwa die Auflösung eines ausgeprägten Engstandes, Zahndrehungen, die Behebung eines hochgradigen Platzmangels, achsengerechte Bewegungen von Zahnwurzeln, notwendige Verschiebungen von Zähnen über größere Strecken, aktive Vertikalbewegungen von Zähnen usw. - lassen sich effektiv mit festsitzenden Apparaturen durchführen. Für andere Aufgaben im Rahmen einer kieferorthopädischen Behandlung sind herausnehmbare Spangen gut geeignet - z.B. für die Verbreiterung der Zahnbögen, die Korrektur eines großen Frontzahnabstandes, die Vorverlagerung des Unterkiefers unter Nutzung des Wachstums, die Korrektur von Funktionsstörungen des Gebisses und der Muskulatur usw.

Wie erfolgt die Auswahl der Behandlungsgeräte?

Die Auswahl des richtigen - herausnehmbaren oder festsitzenden - kieferorthopädischen Behandlungsgerätes treffen wir Kieferorthopäden nach sorgfältiger Auswertung aller diagnostischen Unterlagen (Modelle, Röntgenbilder, klinische Untersuchung, Funktionsbefund etc.) unter Berücksichtigung der individuellen Lebensumstände. Hierbei spielen die Stellung, die Zahl und der Zustand der Zähne sowie die Zahnpflege, Zuverlässigkeit und Kooperationsbereitschaft des Patienten eine wesentliche Rolle. Wir Behandler werden bei unseren therapeutischen Empfehlungen auch eine Abwägung zwischen dem Behandlungseffekt und den mit der Therapie verbundenen Risiken durchführen. Die Entscheidung treffen wir somit immer in Bezug auf den Einzelfall.

Wann Beginn der kieferorthopädischen Behandlung?

Bei schweren Kieferfehlstellungen setzt die Therapie schon im Milchgebiss ein, zum Beispiel, wenn der Unterkiefer den Oberkiefer deutlich überragt. Eine frühzeitige Behandlung ist auch beim so genannten Kreuzbiss notwendig, bei dem die Zähne des Unterkiefers seitlich vor den Oberkieferzähnen stehen. Normalerweise beginnt die Behandlung zwischen dem neunten und zwölften Lebensjahr, wenn die Milchbackenzähne herausfallen und durch die bleibenden Zähne ersetzt werden.

Wichtiger Hinweis

Alle kieferorthopädischen Behandlungen erreichen nur dann das angestrebte Behandlungsziel, wenn der Patient dauerhaft konsequent mitarbeitet.

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