Wann sollte die erste Vorstellung beim Kieferorthopäden erfolgen? Meist veranlasst der Hauszahnarzt eine Vorstellung beim Kieferorthopäden. Bei bestimmten Fehlstellungen kann bereits im Vorschulalter eine kieferorthopädische Behandlung sinnvoll sein. Gründe für eine Frühbehandlung sind z. B. ein Kreuzbiss und ausgeprägte Kieferfehlstellungen. In der Regel ist eine kieferorthopädische Erstberatung ab dem Alter von 6 oder 7 Jahren wünschenswert.
In welchem Alter sollte eine kieferorthopädische Behandlung beginnen? Der Beginn der Behandlung richtet sich individuell nach dem Problem des Patienten. Liegt eine Fehlstellung schon im Milchgebiss vor, sollte die Behandlung früh beginnen, weil die Fehlstellung je nach Schweregrad das Wachstum ungünstig beeinflussen kann. Die meisten Behandlungen beginnen aber zwischen dem zehnten und dreizehnten Lebensjahr, also in einer Phase des starken Wachstums und vor dem Durchbruch der letzten bleibenden Zähne. Es ist in jedem Fall ratsam, die Gebissentwicklung bei Mädchen im Alter zwischen acht und zehn Jahren, bei Jungen im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren von einem Fachzahnarzt für Kieferorthopädie kontrollieren zu lassen.
Wie lange dauert eine kieferorthopädische Behandlung? Regulierungen der Zahn- und Kieferstellung erstrecken sich einschließlich der erforderlichen Stabilisierungsphase meist über mehrere Jahre. Dies liegt daran, dass
1. in vielen Fällen Wachstum für die Behandlung genutzt wird
2. zur Zahnbewegung relativ schwache, biologische Kräfte eingesetzt werden, um Zähne und Zahnhalteapparat nicht zu schädigen
3. nach Abschluss der aktiven Behandlung eine Stabilisierung des erreichten Ergebnisses erforderlich ist, um einen Rückfall zu vermeiden.
Unregelmäßige Mitarbeit des Patienten kann zu einer Verlängerung der Behandlungsdauer beitragen. Auch schwierige kieferorthopädische Therapien wie die Einordnung verlagerter Zähne oder ungünstiges Kieferwachstum, z. B. bei übermäßigem Unterkieferwachstum und offenem Biss, benötigen meist eine längere Therapie.
Von Kieferorthopäden werden eine ganze Reihe von Begleitleistungen zur kieferorthopädischen Behandlung, z.B. Funktionsuntersuchungen der Kiefergelenke, Kariesrisikodiagnostik, zusätzliche Prophylaxe und Professionelle Zahnreinigungen empfohlen. Warum sind diese Leistungen sinnvoll? Diese Untersuchungen und die Prophylaxe dienen dazu, das Risiko einer kieferorthopädischen Behandlung bei verdeckt vorgeschädigtem Kiefergelenk oder unzureichender Zahnpflege so weit zu reduzieren, dass keine vermeidbaren Schäden auftreten. Wir bieten auch die Möglichkeit einer Teilzahlung an, die den monatlichen finanziellen Einsatz überschaubar hält.
Der Kieferorthopädie empfiehlt aus medizinischen Gründen eine kieferorthopädische Behandlung bei meinem Kind, die die gesetzliche Krankenkasse aber nicht bezuschussen wird. Wie kann das sein? Nach aktueller Gesetzeslage dürfen kieferorthopädische Behandlungen nach der Einstufung der Fehlstellung in die sogenannten Kieferorthopädischen Indikations-Gruppen Grad 1 und 2 (von insgesamt 5 KIG-Graden) auch dann nicht von der Krankenkasse bezuschusst werden, wenn eine Behandlung medizinisch erforderlich ist. Grundlage hierfür sind die Regelungen des Sozialgesetzbuchs (SGB V).
Mein Kieferorthopäde empfiehlt mir eine kieferorthopädische Behandlung. Ich bin aber über 18 Jahre alt und die gesetzliche Krankenkasse wird deshalb keinen Zuschuss zu den Behandlungskosten übernehmen. Kann ich an anderer Stelle die Aufwendungen geltend machen? Ja, das ist möglich. Sie können die Kosten für die kieferorthopädische Therapie beim Steuerjahresausgleich als außergewöhnliche Belastungen (Aufwendungen für eigene Gesundheit) absetzen. Wir bieten unseren Patienten die Teilzahlung in überschaubaren monatlichen Beträgen an. Es ist auch möglich, die Prophylaxeleistungen in die Kalkulation mit einzubeziehen. So können Sie auch diese Leistungen beim Finanzamt steuerlich ansetzen.

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