Warum eine Funktionsanalyse?

In den letzten Jahren hat die Funktionsanalyse der Kiefergelenke Einzug in die Praxen der Zahnärzte und Kieferorthopäden genommen. Sie überprüft das Zusammenwirken von Zähnen, Muskulatur und Kiefergelenken. Damit ist sie ein unersetzliches Diagnose-Instrument für die Erkennung von funktionellen Störungen des Zahn- und Kieferbereichs. Insbesondere bei der Planung und Herstellung von umfangreichen Zahnersatzrekonstruktionen und für die Umstellung von Zähnen bei kieferorthopädischen Maßnahmen ist sie nach heutigem Wissen unerläßlich.

Wie ist der Ablauf eine Funktionsanalyse?

Ziel der manuellen Funktionsanalyse ist es, durch gezielte Handgriffe genauere Informationen über das Wechselspiel von Zähnen, Muskeln und Kiefergelenken zu erhalten. Dabei sollen bereits bestehende, krankmachende Veränderungen der Gelenke und der Muskeln herausgefunden werden. Da das Kausystem in Wechselwirkung mit dem gesamten Stützapparat steht, setzen wir für eine weitergehende Diagnostik der auf den Kopfbereich wirkenden Einflüsse bei Bedarf auch Techniken der Applied Kinesiology ein. Auf diese Weise können zusätzlich eventuelle Störungen oder Läsionen aufgedeckt werden.

Die instrumentelle Funktionsanalyse dient der weiteren Diagnostik und Analyse von Fehlfunktionen, zum Beispiel bei der Fehlstellung von Zähnen. Dafür sind Abdrücke der Kiefer erforderlich. Die Modelle werden dann nach der Registrierung kiefergelenkbezogen in einen so genannten Artikulator eingesetzt, der die Bewegungen des Unterkiefers und die Kontakte der Zähne simuliert. Störungen werden so genau ermittelt und dokumentiert.

Instrumentelle Funktionsanalyse

SAM-Artikulator Simulation der UK-Bewegung nach gelenkbezüglicher Montage der Kiefermodelle

Der Artikulator ist in der Lage, Bewegungen des Kiefergelenks nachzuahmen und er ermöglicht, die für die individuellen Bewegungsabläufe ideale Position der Zähne zu bestimmen und z. B. zur Herstellung eines Behandlungsgeräts oder einer Therapieschiene zu nutzen.

Um die individuellen Kieferbewegungen genau auf den Artikulator übertragen zu können, sind mehrere Schritte der instrumentellen Funktionsanalyse notwendig. Durch diese Funktionsdiagnostik können die persönlichen Zahn- und Kieferverhältnisse exakt untersucht und u.a. Fehlbelastungen der Zähne und Folgeschäden an den Kiefergelenken vermieden werden.


Die Ergebnisse und praktische Umsetzung der Funktionsanalyse schaffen somit die Voraussetzungen für einen optimalen Behandlungserfolg. Liegen bereits Kiefergelenkbeschwerden, Muskel- und Gesichtsschmerzen oder durch Stress bedingte Verspannungen vor, hilft die Funktionsanalyse, die Ursachen dieser Beschwerden zu finden. Entsprechend der Untersuchungsergebnisse kann dann z. B. eine Vorbehandlung mit einer speziell gestalteten Therapieschiene erfolgen.

Außerdem ist es durch die Untersuchungsbefunde möglich, individuell ungünstigen Gelenkbelastungen während der kieferorthopädischen Therapie und deren Folgeschäden vorzubeugen.

Funktionsanalytische Maßnahmen sind trotz ihrer anerkannten medizinischen Bedeutung nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten. Aus diesem Grund müssen wir diese diagnostischen Befunderhebungen als Privatleistung in Rechnung stellen.

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