Bei extremen Fehlstellungen ist eine konservative kieferorthopädische Therapie wenig Erfolg versprechend und eine Lage- bzw. Größenkorrektur von Unter- bzw. Oberkiefer nur in Kombination mit chirurgischen Maßnahmen möglich. In der Regel müssen Patienten mit schweren Fehlstellungen vor dem operativen Eingriff mit einer festsitzender Zahnspange kieferorthopädisch vorbehandelt werden. An die Operation schließt sich noch eine Phase der Feinabstimmung der Verzahnung mit der festen Zahnspange an. Im Wesentlichen dient die kieferorthopädisch-kieferchirurgische Kombinationstherapie der Korrektur extremer Fehlstellungen.

Die Entscheidung, ob die Korrektur einer skelettalen Anomalie konservativ, d.h. allein durch eine kieferorthopädische Behandlung erfolgen kann, oder ob eine kombiniert kieferorthopädisch-chirugische Therapie angebracht ist, wird im Einzelfall getroffen.

Bei milder Ausprägung der skelettalen Fehlstellung wird die Entscheidung im Allgemeinen zugunsten der konservativen Lösung fallen, um das mit Operation und Narkose verbundene Risiko zu vermeiden. Ein zufriedenstellendes, stabiles Ergebnis läßt sich allerdings bei extremen skelettalen Fehlstellungen meist nur durch eine operative Korrektur erzielen.

Eine Operation zur Kieferlageveränderung ist erst nach Abschluss des Schädel- und Kieferwachstums möglich und wird von einem Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie durchgeführt. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen bei schweren und behandlungsbedürftigen Kieferfehlstellungen anteilig die Kosten der Kombinationsbehandlung bei Einstufung der Fehlstellung in KIG Grad 3-5 und unbedingter Notwendigkeit eines kieferchirurgischen Eingriffs.